4. Mai 2010
"Entscheider sind auch Menschen ..."
„… und selbst Controller haben Gefühle.“ So könnte man die Quintessenz des 1. Horizont B2B-Werbegipfels zusammenfassen, der am vergangenen Donnerstag in Frankfurt/Main stattfand. Zentrale Fragestellung des Tages war, ob und inwiefern Social Media die B2B-Kommunikation verändern werden. Renommierte Experten referierten und diskutierten zu diesem Trendthema Nr. 1.Dass die Grenzen zwischen B2B- und B2C-Kommunikation immer stärker verschwimmen, ist eine Entwicklung, die mit der unschärferen Trennung zwischen Privat- und Berufsleben einhergeht. Diese Vermischung ist ein direktes Resultat aus den Verknüpfungen innerhalb sozialer Netzwerke, wo wir sowohl mit Freunden, als auch mit Kollegen, Vorgesetzten und gegebenenfalls sogar Geschäftspartnern verbunden sind. Die Überallerreichbarkeit mittels internetfähiger Mobiltelefone und das multimediale Leben in der „Cloud“ tragen ihr Übriges dazu bei, die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit zu verwischen.
Ist es somit nicht eine Überlegung wert, seine Zielgruppe in einem semi-privaten Umfeld „abzuholen“ um eine optimale Werbewirksamkeit zu erreichen? Letztendlich komme es auch in der Social-Media-B2B-Kommunikation auf eine intelligente und strategische Auswahl der Kanäle an, so Marianne Dölz, Sprecherin der Geschäftsführung von iq media. Und diesem Statement können wir nach unserer Erfahrung auch zustimmen: Die Grundregeln der Kommunikation haben sich schließlich nicht geändert, letztendlich bilden die „sozialen Medien“ schlicht eine Erweiterung der vorhandenen Kommunikationskanäle, welche alle ihren besonderen und eigentümlichen Gesetzmäßigkeiten folgen.Dennoch erfordert Social-Media-Kommunikation eine differenzierte Betrachtungsweise, denn noch nie hatte der Konsument eine derart starke Macht über (s)eine Marke. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb für Thomas Mickeleit, Direktor Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Microsoft Deutschland, kontinuierliches Social Media Monitoring nicht zur Debatte steht, sondern ein unumstößliches Muss darstellt. Und diese Machtverschiebung zugunsten des Konsumenten ist wohl auch einer der Hauptgründe, warum man in großen Unternehmen einem Engagement in Social Media teilweise noch abwartend und schüchtern gegenübersteht. Trotz oder vielleicht gerade aufgrund bisher spärlicher Success Stories und Fallbeispiele im B2B-Bereich, fordert das Gros der Expertenrunde den Mut, sich aktiv in den sozialen Medien zu engagieren und den Entscheider als Menschen zu begreifen, der sich nicht nur nach nüchternen Informationen, sondern auch Emotionalität und Entertainment fordert.
Warum kommt dann also B2B-Werbung zumeist so dröge daher? Und warum ist B2B-Kommunikation nicht sexy? Diesem Aspekt widmete sich Frank Dopheide, Chairman von Grey Worldwide, in seiner sehr unterhaltsamen Präsentation. Nach eingehender Beleuchtung des Themas kommt er zu dem Schluss, dass es eigentlich gar keinen triftigen Grund dafür gibt und appelliert an die Kreativität und Innovationsfreude der Unternehmen und Agenturen: Denn sogar Fuhrparkmanager verstehen Spaß.
(Bildquellen: Dreamstime, Quasyx; The Conference Group)
Labels: B2B, Social Media, Werbung





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